| | Date: 02.07.2009 - 13:56
Sommerferien, Semesterferien, Urlaub - Zeit für das, was sonst vielleicht zu kurz kommt. Was macht ihr so in eurer Freizeit? Bestimmt hat der ein oder andere von euch ein ausgefallenes bis verrücktes "Hobby", das er oder sie uns bis jetzt verschwiegen hat!?
Ich für meinen Teil habe eins...
Jetzt wo ich meinen 18-Stunden-Tag in 8 Stunden Diplomarbeit, 6 Stunden Lernen und 4 Stunden Sport, Kochen, Essen, Toilettengänge, Telefonate, Emails checken, Beten, Haushalt, Duschen, Zähneputzen, fernsehen usw. eingeteilt habe, und das noch bis einschließlich September, hat sich bei mir ein ganz neues interessantes Hobby entwickelt. Ich mache Tee. Und zwar nicht nur einfach TeeFix-Fenchel-Pappschachtel auf, Beutel raus, rein in die Tasse, Wasser drüber, fertig. Nein! Ich mache alles von der Pflanze auf selber. Es gibt auch eine Zubereitungszeit vor dem Teebeutelschwingen :)
Das sieht dann ungefähr so aus:
Ich sitze draußen auf der Terrasse und halte dem fordernden Blick meiner Diplomarbeit, die mich vom Gartentisch aus die ganze Zeit unentwegt anschaut, irgendwann nicht mehr stand. Also lasse ich sie schließlich einfach links liegen (sie bleibt mir eh im Nacken sitzen) und gehe mit einer Schwere bewaffnet in die Tiefen unseres Gartens, zB zu den Brennesseln. In der fast schon spanisch anmutenden Sonne trocknen alle potentiellen Teepflanzen recht schnell. So auch die Brennesseln, die dann, im getrockneten Zustand klein geschnippselt und ein weiteres Mal zum Trocknen ausgebreitet werden können, bevor sie schließlich den Weg in die Teebeutel finden. Gerade mit Brennesseln ist das ein herrlich aufregendes Unterfangen, weil sie jederzeit zuschlagen können. Sie sind quasi die Raubtiere unter den Teepflanzen.
Das war gestern.
Heute habe ich Ringelblumen geköpft. Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, dass es viel bunter, bzw. gelb bis orangener, ist, inmitten eines Blütenmeeres von Ringelblumenköpfchen zu lernen.
Währenddessen steht immer eine große Tasse Lindenblütentee neben mir, meinen Tag beginne ich mit einer Tasse Zitronenmelissen-Tee und für die heißen Nachmittagsstunden steht immer frischer Pfefferminztee im Kühlschrank kalt. Ich denke sogar schon über eine Teeparty nach, die ja in den Abendstunden in eine Grillparty übergehen könnte... Aber... daraus wird wohl nichts... Denn so schön mein neues Hobby auch ist, gegen Diplomarbeit und Prüfungsstress ist KEIN KRAUT gewachsen.
Lieben Gruß aus meinem Garten,
freue mich auf die Vorstellung eurer ausgefallenen Hobbies,
alex
PS: In meinem Fall kann Hobby wohl nicht mit "Freizeitbeschäftigung" übersetzt werden...
PPS: Bin mir nicht sicher, ob mein Teemach-Hobby eigentlich jedermann zu empfehlen wäre. Man sollte schon einen Garten besitzen, der so ausgestattet ist, dass man auf Jagd gehen kann. Und man braucht ein starkes Gemüt, immerhin sitzt man inmitten sterbender Pflanzen, die man vorher erlegt oder geköpfft hat, um sie, wenn auch das letzte bisschen Wasser aus ihnen geschwunden ist, auch noch zu zerhacken... Sei denn, man trinkt sie frisch ;)
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